Freiwillige Feuerwehr Salem


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Unwettergefahren


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Berichte

Vorabbericht:

Als am 31. Mai um 23:38 als der Funkmelder einige Kameraden aus der ruhigen und trockenen
Freizeit holte, dachte wohl keiner dass dies einer der längsten Einsätze der Feuerwehr Salem
werden könnte.

Der letzte Hilferuf kam am Samstag um 23:40 Uhr und nahm weitere 2,5 h in Anspruch,
insgesamt wurden 59 Einsätze bis Sonntagmittag abgearbeitet. Die Alarmstufen wurden für die
Feuerwehr Salem ab dem ersten Einsatz kontinuierlich durch die installierte Führungsgruppe
erhöht und ab ca. 7 Uhr morgens waren alle Abteilungen und sowie die Löschzüge aus der
Schloßseeallee im Einsatz.

Neben vielen Hilferufen zu "Wasser im Keller oder Tiefgarage" waren vor allem zwei Einsätze im
Fokus und sehr intensiv.
In Beuren war der Mühlbach nicht mehr in seinem Lauf zu halten und wurde von einem
Bächlein zu einem reißenden und gefährlichen Fluss. In einem vollgelaufenden Keller musste
auf Grund Ölvermischung ein Entsorgungsunternehmen ca. 35qm aufnehmen. Die Feuerwehr
Salem wurde hier vom Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen sowie dem
Abrollbehälter "Tank" der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen unterstützt. Ein 40qm
Auffangbehälter der Ölwehr Bodensee, wurde von Freiwilligen Feuerwehr Überlingen zwar zur
Sicherheit aufgebaut, brauchte dann jedoch nicht benutzt werden da o.g. fahrbare
Auffangkapazitäten zum Abtransport im zeitlich akzeptablen Rahmen an der Einsatzstelle zur
Verfügung standen.

In Neufrach wurde der dortige Campingplatz überflutet. Traurige Bilder für Besitzer und Gäste,
die Deggenhauser Aach brachte innerhalb weniger Stunden noch nie da gewesende
Wassermassen, unaufhaltbar stieg das Wasser stieg auf ca. 1 Meter Höhe auf dem
Platz. Die Führungsgruppe der Feuerwehr Salem, welche den Gesamteinsatz aus dem
Feuerwehrhaus führte, entschied mit dem Einsatzleiter aus diesem Grund das Technische
Hilfswerk mit seiner Spezialgruppe "Pumpen" zu diesem Einsatzort dazu zuziehen, da die
Pumpen der Feuerwehr dies nicht bewältigen konnten. Insgesamt wurden über viele Stunden
ca. 8000 Liter pro Minute aus dem Campingplatz gepumpt. Die Feuerwehr pumpte weiterhin
Kellerräume in diesem Anwesen leer sowie ständig einen an der Hohlgasse liegenden Graben
der mit seinen Wassermassen schon früh die Fläche des Campingplatzes flutete.

Mit einem Kran des Technischen Hilfswerks, wurden lange Holzbalken aus der Deggenhauser
Aach geborgen, da diese eine weitere Gefahr der Stauung an der dortigen Brücke und im
weiteren Verlauf der Aach boten.

Die Feuerwehr entschied sich zusammen mit dem Besitzer zu einer Teilevakuierung des
Campingplatz. In Abstimmung mit der DRK Bereitschaft Salemertal und Bürgermeister Manfred
Härle, wurde die Sporthalle der Grundschule Neufrach als Notunterkunft geöffnet. Neben dem
Transport der Geschädigten zur Halle, bot das DRK dort warme Getränke, Sitzgelegenheiten
und Schlafmöglichkeiten in Notbetten an. Warme Duschen und gute Sanitäranlagen sowie
Abstand zum eigentlichen Schaden lies andere Gedanken aufkommen und lenkte etwas ab
oder beruhigte. Ein Notfallseelsorger war ebenfalls vorsorglich im Team.

Die Aachstrasse war danach ein weiterer Kerneinsatz. Die Strasse überflutet und Keller
vollgelaufen, der hohe Pegel der Deggenhauser Aach und das Grundwasser erschwerten es
der Feuerwehr der Lage Herr zu werden, da die Kanäle keine weitere Aufnahme von Wasser
zuließen.

Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Salem waren ebenfalls in das Einsatzgeschehen
eingebunden und sorgten u.a. für Strassensperrungen, deren Reinigung und vieles mehr.

Während der Koordinierung dieser Einsätze, Planungen für Verpflegung, kam ein weiterer
Einsatz für die Feuerwehr. In einem Bürogebäude im Industriegebiet Neufrach wurde eine
unklare Rauchentwicklung von der Integrierten Leitstelle Bodensee nach einem Notruf
gemeldet. Die angesetzte Bereitschaft für andere Notfälle war sofort ausrückebereit und
Martinshörner meldeten die schnelle Ankunft an.
Dunkle Rauchschwarden aus dem Gebäude signalisierten dem Einsatzleiter das dies kein
einfacher Einsatz werden wird.
Schnell wurde lokalisiert, dass der Grund im Keller liegen musste und mehrere Trupps wurden
zur Erkundung und Löschmassnahmen vorgeschickt. Trotz Wärmebildkamera könnte der
Brand nicht schnell gefunden werden. Nullsicht durch schwarzen beissenden Brandrauch, unter
Strom stehende Gleichrichteranlage der PV Anlage und keine möglichen Abluftöffnungen
erschwerten den Angriffstrupps den Brandherd zu finden.

Auf Grund der sich darstellenden Lage wurde neben den Feuerwehren aus Heiligenberg und
Frickingen, welche sich ebenfalls schon seit den frühen Morgenstunden in Salem zur
Unterstützung befanden, weitere Atemschutzträger aus Bermatingen und eine weitere
Wärmebildkamera aus Markdorf vom Einsatzleiter angefordert. Wie sich im Einsatzverlauf
herausstellte war die Nachforderung der Markdorfer Kamera als Redundanz, ebenfalls sehr
wichtig da die Salemer Wärmebildkamera während dem Einsatz ausfiel und nicht mehr
verwendungsfähig ist.

Die DRK Bereitschaft Salemertal kümmerte sich an der Einsatzstelle um die Atemschutzträger
nachdem diese aus dem Brandeinsatz zurück kamen und führten einen Gesundheitscheck
durch. Gleichzeitig wurde mit dem RTW der Salemer Rettungswache die medizinische
Notversorgung bei einem eventuellen Unfall im Einsatz sichergestellt.

Besitzer und Fachunternehmen konnten den Atemschutzkräften über einen skizzierten Plan
den Grundriss des Kellers und Besonderheiten erklären, was zur Orientierung und zum
Löscherfolg beitrug.

77 Einsatzkräfte bei diesem Brandeinsatz, davon 18 Kräfte in Atemschutzbereitschaft und
insgesamt 177 Einsatzkrãfte in der gesamten Lage in der Gemeinde Salem mussten in der
Höchstphase koordiniert werden. Problematisch in der Logistik die Vorhaltung trockener
Einsatzkleidung; vor allem die Stiefel werden eine lange Zeit benötigen zu trocknen. Nach
stundenlangen Durchnässung und Aufenthalt in kalten Wasser, ist zu hoffen das keine
gesundheitlichen Folgen für die Feuerwehrangehörigen die Folge sein werden.

Bürgermeister Manfred Härle verschaffte sich während der andauernde Einsätze zusammen mit
dem Kommandanten der Feuerwehr Salem einen Überblick über die Schwerpunkte Vorort und
wurde von der Führungsgruppe über die aktuelle Sachlage, Probleme und Planungen im
Feuerwehrgerätehaus informiert.

"Feierabend" konnte noch nicht ausgerufen werden, da es für einige Feuerwehrkameraden
zum Feuerwehrsicherheitswachdienst zum Open Air nach Schloß Salem ging.

Nach ca. 24 Stunden konnte das Licht im Feuerwehrgerätehaus ebenfalls gelöscht werden ...
bis am Sonntagmorgen um 9:40 Uhr als die nächsten Hilferuf einige Kameraden wieder zum
Kampf gegen das Wasser rief.

Die nächsten Tage werden intensive Reinigungsarbeiten der Gerätschaften anstehen und
hoffentlich wieder ruhiger werden.

Einsetzte Kräfte:
Freiwillige Feuerwehr Salem komplett, Einheiten von den Feuerwehren Frickingen,
Heiligenberg, Bermatingen, Markdorf, Überlingen und Friedrichshafen. DRK Bereitschaften:
Salemertal, Tettnang und Markdorf, das Technisches Hilfswerk Ortsverband Überlingen,
Mitglieder des Führungsstab Bodenseekreis im Landratsamt, Bauhof Gemeinde Salem,
Bürgermeister Herr Manfred Härle, versch. Ortsreferenten.



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