Freiwillige Feuerwehr Salem


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Unwettergefahren


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Berichte

Eine schnellaufziehende Unwetterlage, mit Windgeschwindigkeiten von 130km/h und bis zu 50L Niederschlag zog am Samstag, den 27.04.2013, um 08:00 Uhr über Salem hinweg. Mehrere Personen wurden verletzt oder durch umstürzende Bäume in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Erhebliche Sachschäden in Millionenhöhe an Gebäuden und öffentlichen Verkehrswegen. Zwei Züge blieben auf offener Strecke liegen. Der Zugverkehr war stundenlang lahm gelegt. Großeinsatz für die Feuerwehren Salem, Frickingen, Deggenhausertal, Überlingen und Markdorf, selbst das THW aus Überlingen musste zur Hilfe nach Salem eilen.

So ungefähr hatten sich das die Organisatoren Nobert Walser und Günter Nell der diesjährigen Stabsrahmenübung der interkommunal zusammengesetzten Führungsgruppe der Feuerwehren Frickingen, Heiligenberg und Salem vorgestellt. 39 fiktive Einsätze wurden nach Dringlichkeit abgearbeitet.


Bei Häufung von vielen Einsätzen stellt sich oft die Frage, wie werden diese organisatorisch abgearbeitet? Wie behält man die Übersicht? Was passiert mit dringlichen Einsätzen, wenn alle Fahrzeuge im Einsatz sind?

Um diese Fragen beantworten zu können, ist die Aufgabe der Führungsgruppe, bestehend aus 11 Mann, bzw. Frau, aus den Feuerwehren Frickingen, Heiligenberg und Salem, die immer bei Groß-schadenslagen tätig wird.

Bei der diesjährigen Übung lagen der Schwerpunkt auf dem Meldekopf im Gerätehaus und die Übernahme der laufenden Einsätze in die bereitstehende Führungsgruppe Einsatzmeldungen, die über Funk, Einsatzfax und Telefon bei der Funkzentrale im Gerätehaus eintrafen, musste der Sichter im Führungsstab nach Dringlichkeit sortieren und mit einer Auftragsnummer versehen. Boten tragen ein- und ausgehende Meldungen zwischen Führungsstab und Funkzentrale hin und her.

Konzentriert und möglichst umgehend verteilte der Einsatzleiter die Einsätze an die bereitstehenden Fahrzeuge. „Blitz“ oder „Sofort“-Meldungen durchbrachen ab und zu das zusammenfassende Abarbeiten der Einätze. Entscheidungen mussten jetzt schnell vom Führungsstab getroffen werden.
Feuerwehrfahrzeuge, die in Bereitstellung im Gerätehaus waren, bezogen ihren Einsatz direkt vom Meldekopf, alles andere übernahmen die Funker in der Funkzentrale. Wichtig dabei - die Auftragsnummer -, die sich jeder Gruppenführer bei Einsatzübernahme zu notieren hat, ansonsten kann man die Einsätze später nur schwer nachvollziehen, wenn es Fragen oder Kräftenachforderungen zu laufenden Einätzen gibt.

Die Lagekarte im Führungsstab, beklebt mit roten und grünen Punkten, darauf die Auftragsnummer, gibt Übersicht über laufende und beendete Einsätze, sowie Einsatzschwerpunkte im Schadensgebiet. Im Einsatztagebuch sind die wichtigsten Ereignisse vermerkt und geben einen Überblick, ob Aufgaben wie z.B. Alarmierung ENBW, weitere Fachkräfte, Bürgermeister, Presse, usw. abgearbeitet wurden.
Zwei Schreiber kümmern sich um das Verfassen der Einsatzbefehle, die an die vom Einsatzleiter fest-gelegten Fahrzeuge gehen.

Der Verantwortliche am Meldekopf hat alle Hände voll zu tun. Erfassen der Fahrzeuge, die im Bereitstellungsraum am Gerätehaus stehen, Einsatzbefehle von der Funkzentrale an die dementsprechenden Gruppenführer zu verteilen und abgearbeitete Einsätze zu dokumentieren und an den Führungsstab weiterzuleiten.

Nach Übungsende waren alle Kameraden froh, die Aufgabe mit Bravur gemeistert zu haben. Besonders die Boten, die die Meldungen im Laufschritt zwischen Funkzentrale und Führungsstab hin und hertrugen, waren geschafft. Eine echt sportliche Leistung.

Als Resümee von Gesamtkommandant Timo Keirath und Leiter der Führungsgruppe Jürgen Nell (beide Feuerwehr Salem) kann folgendes gesagt werden:

Einige Kritikpunkte aus der letzten Stabsrahmenübung wurden umgesetzt. Der Übergang der laufen-den Einsätze in die Führungsgruppe bleibt weiterhin eine Herausforderung, besonders wegen der lückenlosen Dokumentation. Obwohl man bereit ist auch solche Flächenereignisse taktisch zu führen, wird man weiter Verbesserungspotentiale suchen. Als sehr gut hat sich die Idee eines Meldekopfs im Gerätehaus etabliert.

Mit einem leckeren Mittagessen wurde die Stabsrahmenübung beendet.